Maximilian Bleicher, M. Sc.
30167 Hannover
Mitarbeiterprofil
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Forschungsthema - Messung und Verminderung von Hochfrequenzeffekten
Worum geht es bei deinem Forschungsthema?
Ich forsche an Hochfrequenzeffekten in elektrischen Antrieben, insbesondere an Lagerströmen und an Maßnahmen zu deren Reduzierung. Solche Effekte treten vor allem in umrichtergespeisten Antriebssystemen auf, wie sie heute in der Energietechnik, Elektromobilität und Industrie weit verbreitet sind. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist die hochfrequenzkonforme Messung in realen, mit Messtechnik ausgestatteten Antriebssystemen im Labor. Ziel ist es, elektrische Belastungen im System möglichst realitätsnah zu erfassen, ohne das System durch die Messung selbst ungewollt zu verfälschen.
Ein weiterer Fokus meiner Arbeit liegt auf Wellenableit- bzw. Wellenerdungssystemen. Sie verbinden die Motorwelle niederimpedant mit dem Statorgehäuse (Erde) und reduzieren so die Spannung am Lager. Obwohl diese eine der beliebtesten Abhilfemaßnahmen darstellen, in sind sie ihrem hochfrequenten Verhalten bislang nur unzureichend verstanden. Damit sie tatsächlich wirksam sind, müssen sie jedoch richtig verstanden und gezielt eingesetzt werden. Ich untersuche daher, wie diese Systeme unter Hochfrequenzbedingungen funktionieren, wann sie gut wirken und wo ihre Grenzen liegen.
Warum ist das Thema wichtig?
Elektrische Maschinen wurden lange Zeit direkt am Netz betrieben. Dabei spielen viele der heute bekannten parasitären Hochfrequenzeffekte praktisch keine Rolle. Erst seit der in den 2010er-Jahren breit eingeführten Umrichterspeisung und den schnell schaltenden Halbleitern rücken diese Effekte in den Fokus. Diese können Maschinenkomponenten wie Lager schädigen und im ungünstigen Fall die Zuverlässigkeit und Lebensdauer des Gesamtsystems reduzieren.
Gleichzeitig sind solche Effekte messtechnisch nur schwer zu erfassen. Mit klassischen Messmethoden wird häufig nicht das tatsächliche Systemverhalten gemessen, sondern ein durch den Messaufbau verfälschtes Bild. Um Hochfrequenzeffekte zuverlässig bewerten und geeignete Abhilfemaßnahmen gezielt einsetzen zu können, braucht es daher hochfrequenzgerechte Messmethoden, ein tiefes Systemverständnis und realitätsnahe Untersuchungen.
Das macht das Thema auch für viele Unternehmen hochrelevant: Wenn in ihren Anwendungen unerwartete Hochfrequenzeffekte auftreten, lassen sie sich ohne belastbares Systemverständnis oft nicht gezielt beheben. Gerade weil das Feld noch vergleichsweise jung und in vielen Aspekten wenig erforscht ist, ergeben sich hier spannende Fragestellungen mit direktem Praxisbezug.